aktuelle Entwicklung im Rohstoffmarkt

Im Vortrag von Hr. Hannes Huster (Der Goldreport) bei der Edelmetallmesse 2017 beleuchtet er die aktuelle Entwicklung beim Gold- und Rohstoffmarkt:

Das Marktumfeld für Gold erhellt sich derzeit:

  • Bilanzkürzung der FED, d.h. die US-Aktien werden nicht mehr so gestützt und der Kauf von US-Aktien zurückgefahren
  • Staats- und Privatverschuldung bewegt sich auf einem hohen Niveau
  • Euphorie bei Aktien in den USA bei den Fondmanagern
  • Geldmenge bewegt sich auf einem Allzeithoch
  • negative Realzinzen bei Laufzeiten von 3 Monate bis 5 Jahre

Er stellt dabei die Frage, ob Rohstoff-Aktien vor einem neuen Super-Zyklus stehen. Unterstützt wird seine These von einem kürzlich erschienen Bericht von Goldman Sachs, die auf die fragile Angebotssituation hinweisen.

  • niedrigste Explorationsausgaben seit 30 Jahren
  • neue Großprojekte werden kaum entwickelt
  • keine großen neuen Funde
  • neue Rohstoffprojekte werden frühstens in 5 bis 10 Jahre in Produktion gehen
  • fallende Durchschnittsgehalte und steigende Kosten für neue Minen
  • die Verzögerung bis zum Start der Produktion liegt bei ca. 12 Jahren im Rohstoffbereich
  • bei den weltweit 100 größten Minen sinken die Reserven und fallen die Rohstoffgehalte
  • im Vergleich zu 2011 investieren die Unternehmen nur 1/3 in neue Projekte
  • großer Investitionsstau vor allem bei Aluminium und Kokskohle (muß in die EU zu 63 % importiert werden – wird für die Stahlherstellung benötigt)
  • erfahrungsgemäß ist die Hausse bei Rohstoffen umso stärker je länger die davor liegende Baisse war

Der Vorstand von World Gold Counsil geht sogar von einen Top bei der Goldproduktion in 2017 aus.

Bei verschiedenen Rohstoffen (Gold, Kupfer, Zink & Blei) zeigt er in den Charts sehr anschaulich, dass im Jahrzehnte-Vergleich zu früher immer weniger Projekte in die Produktion gehen und sich die Entwicklungsrate (Zeitraum von der Entdeckung bis zur Produktion) in den letzten Jahren sich verlangsamt hat. Generell kommt hier noch dazu, dass die Rohstoffgehalte weiter sinken.

Im Vergleich zu Gold ist die Lage bei Kupfer, Zink & Blei sogar noch angespannter.

Insgesamt sind Rohstoffe im Verhältnis zu den Standardaktien im Vergleich seit 1980 sehr günstig bewertet. Die Goldaktien bewegen sich dabei auf einem Preisniveau wie bei der Jahrtausendwende (als der letzte Zyklus startete). Im Vergleich zu Jahr 2000 sind sie jedoch deutlich profitabler und haben einen größeren Cash Flow.

sein Fazit:

  • historisch niedrige Bewertung bei den Gold- und Rohstoffaktien
  • höhere Chancen als Risiken
  • geringes Interesse bei den Investoren an Rohstoffaktien
  • begrenztes Angebot wird zu höheren Preisen führen