Manipulation der Silberkurse durch Hochfrequenzhandel

Es gab in den letzten Jahren mehrere überraschende Abstürze beim Silberkurs, die den Schluß naheliegen, dass hier durch bestimmte Marktteilnehmer eine Manipulation des Silberkurses stattfand.

Vorgehensweise der Manipulation laut Theodore Butler

Seit mehreren Jahren beschäftigt sich Theodore Butler mit dem Thema Manipulation der Silberkurse durch JP Morgan. In einem seiner jüngsten Artikel (siehe hier) beschreibt er die bei JP Morgan seiner Ansicht nach ablaufenden Vorgehensweisen ausführlich:

Laut Butler handelt es sich dabei um eine komplexe Manipulation bei der vereinfacht gesagt Computer im Hochfrequenzhandel eine entscheidende Rolle spielen und zu bestimmten Zeitpunkten einzelne Marktteilnehmer ganz gezielt die Kurse nach unten manipulieren.

JP Morgan verkauft z.B. dann zusätzliche Mengen an Silber, wenn die Preise steigen bzw. es schwache Handelstage / Handelszeiten gibt. Nachdem das Kaufinteresse befriedigt wurde, wird seitens JP Morgan ein Kursrückgang mit Hilfe des Hochfrequenzhandels verursacht und die Leerverkäufe dann nach den gesunkenen Kursen glattgestellt.

Ein entscheidender Vorteil von JP Morgan ist dabei, dass sie eine marktbeherrschende Stellung auf dem Silbermarkt haben und der Silbermarkt vom Volumen her im Vergleich zu anderen Rohstoffmärkten kleiner und überschaubarer ist. Im Dezember 2009 hielt JP Morgan z.B. mehr als 40% aller Short-Interest-Kontrakte.

An schwachen Tagen wird dabei der Silberpreis durch tausende von Kontrakten durch den Hochfrequenzhandel systematisch in die Tiefe getrieben.

  • Die Initialzündung erfolgt über eine kleine Menge an Short-Kontrakten durch JP Morgan, die zu kritischen Zeit- bzw. Kurspunkten durch Computer im Hochfrequenzhandel verkauft werden. Solche Kurszeitpunkte können z.B. entscheidende charttechnische Kurse sein bei deren Unterschreitung Verkaufsprogramme ausgelöst werden. Ebenso kann man sich Zeitpunkte zu Nutzen machen, wo im Handel generell nicht viel los ist und man mit einem kleineren Hebel den Silberkurs bewegen kann.
  • Dies erfolgt in der Absicht, dass die großen Fonds auch animiert werden eine größere Menge an Short-Kontrakten zu verkaufen. Dies verursacht größere Kursausschläge nach unten.
  • Nachdem der Kurs gesunken ist, werden die eigenen Short-Positionen glattgestellt.

Ausblick – wird dieses Spiel so weitergehen ?

Die Manipulation der Silberkurse läuft schon einige Zeit und zeigt sich immer wieder in heftigen überraschenden Kursabstürzen beim Silber. Hier gab es seitens Butler schon verschiedene erfolglose Anläufe bei der amerikanischen Börsenaufsicht, um dies zu unterbinden. Bisher folgten die US-Behörden allerdings nicht der Argumentation und sahen keine Manipulation.

Wird dieses Spiel so weitergehen ? Nein, es gibt einige sehr interessante Punkte, die darauf hindeuten, dass dieses Spiel irgendwann mal zu Ende ist:

  • reale Nachfrage / Angebot

Ein wichtiger Punkt gegen die Manipulation von Papiergeld-Kursen ist die tatsächliche reale Nachfrage bzw. das reale Angebot. Wenn die physische Nachfrage nach Silber größer ist als das physische Angebot wird sich dies früher oder später in steigenden Silberkursen niederschlagen.

Beim Goldmarkt sieht man aufgrund der großen realen Nachfrage schon, daß in Indien bzw. China ein Aufpreis auf die physischen realen Gold-Unzen von 20 bis 100 $ je Unze Gold gezahlt wird. China kauft derzeit regelrecht den Gold-Markt leer. Hier stellt sich die Frage was werden die Chinesen tun, wenn der Gold-Markt immer mehr austrocknet – in Silber wechseln ?

  • große Investoren berichten von Verzögerungen bei der physischen Lieferung

In den letzten Monaten und Jahren wurde auch immer wieder bekannt, dass große Fonds, die im größeren Maße physisch in Silber investieren, monatelang auf ihr Silber warten mußten. Ebenso gibt es Gerüchte, dass große Fonds, die einen Silber-ETF auflegen wollten, davon absahen, da die notwendige Menge von physischen Silber nicht zur Verfügung steht. Dies zeigt zumindest die Knappheit vor allem bei großen Mengen.

  • steigende indische physische Silbernachfrage

Aufgrund der indischen Restriktionen beim Goldimport ist in den letzten Monaten eine Verdoppelung der physischen Nachfrage nach Silber in Indien zu beobachten. Hier wechseln immer mehr Inder von Gold auf das günstigere Silber – es erfolgt eine regelrechte Substitution. In einzelnen Monaten lag die Nachfrage schon bei bis zu 800 to Gold (rund 25-26 Mio. Unzen) Silber monatlich.

  • Anpassung der Silberproduktion

Aufgrund des sinkenden Silberkurses passen auch immer mehr Silberminen ihre Produktion dementsprechend an. Zu den gewählten Strategien zählt die Konzentration auf besonders ertragsreiche Gebiete, der Rückgang der Produktion, die Verschiebung von Projekten bis hin zur zeitweisen Einstellung der Produktion. Dies wird das Angebot nach physischen Silber weiter reduzieren.

Sollte jedoch die physische Nachfrage weiterhin hoch bleiben, muß sich dies früher oder später in einem steigenden Silberkurs widerspiegeln.

 

Quelle:

(1) http://www.goldseiten.de/artikel/185804–Nicht-auf-ewig~-JP-Morgans-perfekte-Silbermanipulation.html