Peter Böhringer Interview zur Gold-Rückholung

Peter Böhringer gab RT Deutsch ein Interview zum aktuellen Stand der deutschen Gold-Rückholung Initiative.

Der größte Teil des deutschen Goldes liegt in den FED-Tressoren in New York. Aus militärischen Gründe wollte man es während des Kalten Kriegs nicht heimholen. Dieses Argument ist jedoch seit 1990 obsolet.

Gründe das deutsche Gold rückzuholen

  • Das Edelmetall sollte als letzte Reserve in Deutschland lagern – ohne Lagerrisiko – ohne Drittparteien-Risiko.
  • Staatsgold ist eine potentielle Währungsdeckung. Deutschland soll die Chance / Option einer teilweisen Golddeckung in einer eventuellen Nach-Euro-Aera haben. Historisch kann man dieses Tabu-Thema nicht ausschließen.
  • Gegenüber der Federal Reserve Bank gibt es aufgrund der Intransparenz eine breite Skepsis und Misstrauen. Es gibt keine Transparenz in deren Tressor.
  • In New York lagern rund 30 bis 60 Länder Gold in den Tressoren. Seit 2013 gibt es laufend Initiativen in mittlerweile 15 / 16 Ländern, die auch ihre Edelmetall heimholen wollen.

aktueller Stand der Gold-Rückholung

Seit 2011 gibt es eine Bürgerinitiative, die bewirkte, dass schon erste Teile zurückgeholt wurden. Die zurückgeholten Mengen sind derzeit noch zu wenig und das ganz verläuft zu langsam. Der Prozess läuft jedoch. 2012 wurden zum ersten Mal auf öffentlichem Grund auch die Lagerstellen bekanntgegeben. Seit diesem Zeitpunkt wissen wir, dass rund die Hälfte in New York liegt.

Mittlerweile hat sogar der Staat Texas nun eine Gesetzgebungsinitiative gestartet ihr eigenes Gold aus New York zurückzuholen. Sie möchten das Drittparteien-Risiko ausschließen.

Aktuell wurde in Texas fast einstimmig ein Gesetz auf Landesebene erlassen, dass Konfiskationen durch den Bundesstaat Amerika unzulässig sind. Dies bedeutet, dass hier ganz gezielt Landesrecht Vorrang vor dem Bundesrecht hat. Hier wird für einen bestimmten Fall schon Vorsorge getroffen, um texanisches Gold vor New York zu schützen. Texas verfügt dabei über 1 Mrd. $ Goldreserven in der Federal Reserve Bank.

Wenn es nach der Deutschen Bundesbank geht, ist bis 2020 die Hälfte des Goldes auf deutschen Boden. Peter Böhringer ist jedoch zuversichtlich, dass dieser Prozess mit entsprechendem Druck durch die Öffentlichkeit erheblich beschleunigt werden kann.