Silberjunge Thorsten Schulte Interview 2015 zu Silber

Der Silberjunge Thorsten Schulte gab der Metallwoche (metallwoche.de) am 20.4.2015 ein ausführliches Interview über Silber.

Argumente für einen langfristigen Silber-Anstieg:

  • Pfandbriefe werden derzeit mit 0,2 % verzinst
  • Das ganze System ist krank – Geldmengendruckung geht ungebremst weiter.
  • Notenbanken nehmen auf etwaige Blasenbildung keine Rücksicht.
  • oberirdischen Silber-Lagerbestände haben insg. einen Wert von unter 40 Mrd. USD – dies ist sehr gering im Vergleich zum insgesamten Anlagevolumen
  • aktuell sind wir in der längsten Korrektur seit der Goldfreigabe von 1971

Allerdings sind die weltwirtschaftlichen Indikatoren derzeit nicht die besten. Da Silber ein Industriemetall ist, drückt dies auch dieses Edelmetall. Hier zeigen die weltwirtschaftlichen Frühindikatoren für die nächsten Monate bei Silber noch kein grünes Licht. Für den Silberjungen Thorsten Schulte ist es jedoch nur noch eine Frage der Zeit.

Silber bietet den besten Inflationsschutz. Dagegen bieten Aktien lt. langfristigen Analysen kein Schutz vor Inflation. Aktuell sind die Zuwäche bei Aktien sehr liquiditätsgetrieben.

US-Wirtschaft schwächelt

Laut seiner Analyse festigt sich der Aufschwung in den USA nicht. Er belegte dies anhand verschiedener Indikatoren (u.a. Beschäftigtenquote, Konsumentenvertrauen der Menschen mit geringem Einkommen, Anzahl der Lebensmittelkartenbezieher, …).

Die US-Wirtschaft steht nach seinen Ausführungen überhaupt nicht gut da. Allerdings wird derzeit durch die Medien der Eindruck vermittelt, dass der Dollar / USA ein sicherer Hafen ist.

Gold- / Silber-Minenaktien

Die 16 im HUI-Minenindex vertretenen Goldaktien „erwirtschafteten“ 2014 im 4. Quartal einen Verlust von 7,5 Mrd. Dollar. Wenn Sonderfaktoren (z.B. Sonderabschreibungen) noch herausgerechnet werden, kommt man immer noch auf einen Verlust von 590 Mio. USD, d.h. diese Minen verdienen derzeit kein Geld mehr.

Bei 12 primären größeren Silberproduzenten (förderten 2014 insg. 124 Mio. Uz. Silber) lagen die Nettoerträge im 4. Quartal – wenn man Sonderabschreibungen nicht berücksichtigt – bei einem Verlust von 200 Mio. USD. Wenn man die Sonderabschreibungen einbezieht, kommt man sogar auf einen Nettoverlust von 1,84 Mrd. USD.  Obwohl die Förderung der Silberproduktion derzeit hochgefahren wird, verdienen die Silberproduzenten kein Geld mehr !

Ein Analysehaus stellte schon 2013 fest, dass viele Silberproduzenten die Strategie wählten vor allem bevorzugt hochgradige Bereiche abzubauen und so ihre Förderkosten je Unze zu senken. Diese Strategie kann man für einen kurzen Zeitraum verfolgen, führt jedoch dazu, dass die besonders ertragreichen Bereiche irgendwann abgebaut sind und sich die erzielten Effizienzsteigerungen dann gegen den Silberproduzenten wenden.

Silber-Lagerkonzepte

Der Silberjunge rät einen hohen physischen Anteil zu halten.

Im Interview geht er im letzten Drittel auch auf die Lagerhaltung, zu beachtende Konditionen, …bei verschiedenen Lagerkonzepten / ETFs ein. Bei ETFs gibt es z.B. keinen rechtlichen Auslieferungsanspruch.

Für deutsche Anleger ist u.a. das Konzept eines Zollfreilagers in der Schweiz interessant, wo man ohne Mehrwertsteuer sein Edelmetall lagern kann. Hier sollte man sich die Verträge, Prozesse, Sicherheitsstandards, Versicherung, Prüfung der Edelmetalle, keine Fremdverfügung sicherstellen, Lagerschein, … der verschiedenen Anbieter genau ansehen.

Fazit / Ausblick:

  • Die Edelmetall-Preisniveaus sind gegenwärtig nicht nachhaltig, da bei vielen Gold- / Silberproduzenten beim aktuellen Preis über kurz oder lang eine Konkursgefahr innerhalb von 2 Jahren besteht.
  • Irgendwann im Jahresverlauf wird Silber nach oben ausbrechen, wobei derzeit noch kein genauer Zeitpunkt genannt werden kann.