Wo sind die deutschen Goldreserven ?

Für das Jahr 2013 wollte die Deutsche Bundesbank 50 Tonnen Gold aus dem Ausland nach Deutschland zurückholen. Tatsächlich wurden aber laut einer Meldung am 23.12.2013 nur 37 to im Wert von 1,1 Mrd. Euro zurückgeholt und dies unter Umständen, die sehr eigenartig sind, um es mal sehr vorsichtig auszudrücken.

Deutschland gab 2012 bekannt, dass sie 50 to Gold jährlich von 2013 bis 2015 zurückholen wollen. Bis 2020 möchte die Deutsche Bundesbank insgesamt 300 to aus dem Ausland zurückholen.

Deutschland hat insgesamt 3391 to Gold, wovon allerdings nur 31 % in Frankfurt gelagert sind. In Paris sind 11 %, in London 13 % und in New York 45 % gelagert.

Experten mutmaßen, dass unser Gold schon weg ist

Es gibt verschiedene Experten, die mutmaßen, dass das in den USA gelagerte physische Gold entweder durch die Bundesbank bzw. durch die Fed verliehen wurde und garnicht mehr physisch im Besitz ist.

Fakt ist, dass das deutsche Gold jahrzehntelang nicht überprüft wurde. Der Bundesrechnungshof hatte zuletzt hier regelmäßige Stichproben der ausländischen Lagerbestände gefordert.

eigenartige Lieferung der 37 to Gold in 2013

In der Meldung der Deutschen Bundesbank Ende Dezember 2013 über die Rückholung des Goldes gibt es einige Eigenartigkeiten.

Eigentlich müßte man davon ausgehen, dass der Lieferant in sein Lager geht, die gewünschten Barren herausholt und dann liefert.

Dem war jedoch nicht so !

Die Amerikaner ließen einen Teil der Goldbarren einschmelzen und eine Sicherheitsfirma transportierte dann die neuen Barren mit der 2013er Prägung per Flugzeug und LKW nach Frankfurt.

Dies bedeutet, dass keiner nachprüfen kann, ob dies die ursprünglich anvertrauten Barren waren ! Offen ist auch, ob die neuen Goldbarren bzgl. dem LGD-Standard überprüft wurden.

Der Vorstand der Deutschen Edelmetall-Gesellschaft, Peter Boehringer, geht aufgrund des erfolgten Einschmelzens davon aus, dass die Amerikaner in den vergangenen Jahrzehnten mit den Barren gehandelt haben. Boehringer schreibt hierzu:

„Das Eingeständnis des Einschmelzens von angeblich vorhandenen Bundesbank-Goldbarren legt nun nahe, dass mit diesen Barren in den vergangenen Jahrzehnten von den Amerikanern ‚gehandelt‘ wurde – was bei einer reinen Verwahrung durch eine passive Verwahrstelle, die gar eine ‚Stückschuld‘ gegenüber dem Auftraggeber hat, selbstredend nicht hätte sein dürfen!“

Sollte sich dies bewahrheiten, wären dies mehr als beunruhigende Nachrichten, da hier die Barrennummern aus den 50er / 60er Jahren nicht mehr nachgeprüft werden können.

Ferner sollte man sich auch den Zeitpunkt der Meldung genauer ansehen. Die Meldung ging genau in der Weihnachtszeit zu einem Zeitpunkt raus, wo jeder in Feierlaune ist und eigentlich niemand groß kritisch nachfragte.

Signalwirkung für andere ?

Goldwanderung nach Asien in 2013

Wenn man sich aktuell die Goldlager der Comex ansieht, entleeren sich diese immer mehr. Man kann erkennen wie bestimmte ausländische Zentralbanken – allen voran China – systematisch Gold aufkaufen und ins eigene Land transportieren lassen. In 2013 sollen dies alleine bei China über 1000 to gewesen sein.

In Indien gibt es bei Gold mittlerweile restriktive Importgesetze, die den Goldimport reduzieren sollen. Hier werden schon 180 $ Aufgeld je physische Unze gezahlt.

Wenn man sich die Strategie von China genauer ansieht, so steckt hier eine wohldurchdachte weltweite Strategie dahinter. China ist dabei seine Dollarüberschüsse systematisch in Sachgüter umzuwandeln. Sie kaufen dabei weltweit Ackerland, Bergbaurechte, Bergunternehmen, größere Rohstofflager (Eisenerz, Erdöl, …) bzw. Gold etc. auf.

Wie verhalten sich die anderen Zentralbanken ?

Offen ist auch, wie sich die anderen Zentralbanken, die noch Gold in den USA lagern, sich verhalten werden. Werden sie auch ihr Gold nach Hause holen ?

Insgesamt lagerten 2012 laut der Fed in Manhattan (New York) 530 Tsd. Goldbarren (6700 to) in den Gewölben der Fed, wobei 1 Goldbarren 400 Unzen (12,44 kg) entsprach. Die Goldbarren sind in Gewahrsam für mehr als 60 souveräne Staaten bzw. Organisationen.

Nachtrag:

Peter Boehringer updated am 7.1. seinen Blog und wies auf zahlreiche weitere Ungereimtheiten im Zusammenhang mit dem Rückholprozess sowie auf die Reaktionen der Deutschen Bundesbank auf eine Anfrage der Wirtschaftswoche hin.

Den sehr lesenswerten Beitrag findet man hier:

Deutsches Gold: Bundesbank verwickelt sich in neue Widersprüche